Gästefahrt mit Windjammerparade

13. Mai 2016

Hamburg – Hafengeburtstag
Datum: 28.04.2016
Gäste: Fiona, Sina, Jan, Jan
Skipper / CoSkipper: Nikolai / Knut
[Etmal: 20 sm]

An diesem Morgen machen Fiona, Jan und ich die Novomind klar und erwarten Skipper Nikolai. Wir haben Springtide und Ostwind. Das heißt niedrige Niedrigwasser und hohe Hochwasser und durch die Windrichtung wird zudem das Wasser elbabwärts gedrückt. Die Verantwortlichen des Hafengeburtstags haben die Paradefahrt der Sportboote auf Niedrigwasser gelegt, sodass alle Segelboote mit tiefem Kiel beschließen vorher herauszufahren, damit sie beim Verlassen des Hafens nicht auf Grund laufen.

11:30 Uhr geht’s also eine Stunde vor dem Zeitplan los. Bis auf Tonio sind alle da. Der schafft es nicht mehr rechtzeitig und kann nur noch von Land aus winken. Total ärgerlich für ihn, aber als wir haben einfach keine Chance mehr, in dem Moment als er im Hafen ankommt, noch einmal anzulegen.

So fahren wir ein wenig den Hafen erkunden, mal hierin, mal dorthin, bis wir 13:45 Uhr uns mit den anderen Sportbooten vor der Freihafenelbbrücke auf der Norderelbe treffen. Wir haben strenge 5 Bft Starkwind. Eigentlich sollen alle Segelboote die Großsegel hissen und mitschiffs festzurren, um ein schönes Bild abzugeben, aber nicht alle stressen das Material und fahren auf Sicherheit für die Crew. Wir lassen auch die Segel unten, denn die Sicherheit der Crew geht vor.

So promenieren wir die Elbe runter und rauf, winken den Schaulustigen zu, die winken uns zu und erleben die tollen Schiffe, denen wir auf der Parade begegnen. Neu in diesem Jahr ist, dass die Motorboote zur einen und die Segelboote zur anderen Seite aus dem Hafen fahren und sich dann bei der Parade in der „Begegnung“ treffen. Die ersten Segelboote fahren sogar in Formation, um den Schaulustigen auf den Landungsbrücken noch etwas darzubieten. Es ist brechend voll, sowohl auf dem Wasser als auch an Land. Auf dem Wasser müssen wir aufpassen, denn es ist eng. An Land kann keiner Umfallen, weil bei dem tollen Wetter alle dicht an dicht gedrängelt stehen. Eigentlich sind wir total froh, die Freiheit auf dem Wasser genießen zu können.

Anschließend bleiben wir noch draußen. Die Paradefahrzeuge fahren wieder in den Hafen, wir fahren wir elbauf- und abwärts. Denn… gleich kommt die Windjammerparade. Die Ausfahrt der Traditionssegler. Es sind alle dabei, die Thalassa, das Feuerschiff Elbe 3, Alexander von Humbold II (das neue Becks-Schiff mit den grünen Segeln), eine alte Kogge aus Neustadt, Artemis und die Kruzenshtern. Also alles was Rang und Namen hat. Sie legen alle ab, fahren einmal die Elbe hoch und runter und dann weiter Richtung Nordsee. Und man sieht im Hintergrund die Skyline von Hamburg, den Elbtunne, den Fischmarkt, die Landungsbrücken und die Elbphilharmonie.

Letztere ist übrigens im nächsten Jahr fertig. Die ersten Konzertkarten werden verkauft. Ebenfalls kann man dort Eigentumswohnung erwarben. Nur 28.000,– EUR. Der Quadratmeter. Gesamtkosten geplant: 50 Mio EUR. Gesamtkosten im Ist: 500 Mio EUR. Wenn wir das mal in unserem alltäglichen Beruf im Projektmanagement mit unseren Kunden machen würden…

Um 18:00 Uhr legen legt Nikolai nach diesem aufregenden Tag an und wir machen im leeren Cityhafen fest. Freie Boxwahl. Wenn man bedenkt, wie vollgepackt ein Tag vorher alles noch war und wir „im Päckchen“ lagen, d. h. längsseits eines anderen Bootes, sodass wir über andere Boote klettern müssen, um an Land zu kommen, könnte man jetzt im Cityhafen fast vereinsamen.

Als Fazit des Tages: Wir waren mitten drin!

Viele Grüße,
Knut

Hanse Cup 2014 Greifswald 6.9 – 9.9. 2014

10. September 2014

Datum: 06.09. – 09.09.2014
Crew: Jan, Klaus und Willi
Skipper: Jacek
 

Vorbereitungen
Das sollte also unsere siebte Teilnahme am HanseCup werden. Verflixte „siebte“ Teilnahme? Egal, das gilt für etwas anderes. Nachdem wir 2011 und 2013 wenigstens „Kleinigkeiten“ für unsere Trophäensammlung mitbringen konnten, wollten wir diesmal doch endlich etwas Größeres. 

Das Boot war bereits am Wochenende vor der Regatta in Greifswald und das Vorbereitungsteam nahm sich das Wochenende Zeit, die novomind in den Regattatrimm zu bringen. Diesmal sollte es nicht wieder die übliche Hektik am Anreisetag, besser Anreiseabend, zum HanseCup geben. 

Also kam das Boot aus dem Wasser um das Unterwasserschiff zu reinigen. Störendes wurde entfernt (z.B. Lazyjacks) und zusätzliche Trimmleinen angebracht. Es blieb am Sonntag sogar noch Zeit für einen Probeschlag. 

Die Regattacrew erreichte Greifswald am 5.9. recht zeitig. Neben kleineren Restarbeiten mussten nur noch zwei Kanister Diesel und natürlich der Proviant verfüllt werden. Jacek, Jan, Klaus und Willi konnten diesmal entspannt und pünktlich zum Anmeldetreffen auf dem Werftgelände gehen. Bei Spanferkel und Bier traf man viele alte Bekannte unter den über 52 Crews mit ca. 300 Teilnehmern wieder und alle freuten sich, dass es mal wieder rund Rügen gehen sollte. 

Tag 1, 06.09.2014
Nach einer ruhigen Nacht ging es am nächsten Morgen zum Skippermeeting. Die Route nach Stralsund wurde erklärt, auf die zu rundenden Tonnen hingewiesen und die Startzeit bekanntgegeben. Wie immer versuchten wir, früh rauszugehen. Allerdings gibt es ja noch die Brücke in Wieck und da trifft man sich dann wieder. Danach ging’s ins Startgebiet. Nicht sonderlich viel Wind am ersten Tag aber keine Welle und Sonnenschein. Der Start war ganz ordentlich und wir hatten auch einige schöne Manöver an den Tonnen. 

Immer in Sichtweite hatten wir auch unsere bereits aus den letzten Regatten bekannten größten Konkurrenten. Irgendwann entdeckten wir, dass ein Boot vom gleichen Typ wie die novomind in unserer Gruppe mit einer Genua fuhr. Bei dem geringen Wind ist das ein Riesenvorteil. Das ist zwar erlaubt, gibt aber Punktabzüge als Ausgleich gegenüber denen, die Standardsegel fahren. So kamen wir nach gesegelter Zeit 3 Sekunden hinter diesem Boot aber vor allem anderen aus unserer Gruppe ins Ziel. Wenn die Berechnung über Yardstick also korrekt ist, sollten wir wohl Erster sein. 

Wie üblich, wenn die Regatta in Stralsund Station machte, traf man sich zum tollen Buffet im Fischermann’s. Nach der Stärkung dann die Enttäuschung: die Genua war von der Regattaleitung nicht berücksichtigt worden. Für uns blieb nur der zweite Platz. Aber immerhin waren wir für uns die Sieger. 

 

Tag 2, 07.09.2014
Am nächsten Tag sollte es dann nach Vitte auf Hiddensee gehen. Das Wetter war wie am Vortag sonnig und trocken, aber es gab noch weniger Wind. Flautensegeln war angesagt. Wie versuchten alles um so viel wie möglich von dem wenigen Wind zu ergattern. Und keine Bewegung zuviel im Boot, damit die wenige Fahrt, die wir machten nicht gestört wird. Die ersten Boote baten bereits um Regattaabbruch, da kaum noch was ging. Wir hielten aber durch und mussten uns wie am Vortag dem Boot mit dem größeren Segel geschlagen geben. Langsam kam Frust auf. 

Gegen 17:00 waren wir dann in Vitte fest und bis zum Abendbuffet blieb noch genügend Zeit für einen Klönschnack und ein Bier mit andern Crews. Die Sache mit der Genua war auch von anderen bemerkt worden und wir hofften, dass dies auch die Regattaleitung gesehen hatte. 

Das Buffet im Hotel Hitthim in Kloster war absolute Spitze und entschädigte mehr als ausreichend für den langen Fußweg von Vitte nach Kloster. Aber auch für einen erneuten, „nur“ zweiten Platz?. Dann jedoch die große Freude. Die Regattaleitung hatte nun das andere Segel berücksichtigt und auch das Ergebnis vom Vortag korrigiert. Nun waren wir zweimal Gruppenerster! Da war dann auch der Rückweg nach Vitte egal. Es reichte sogar noch zu einer „Nachfeier“ an Bord. 

 

 

Tag 3, 08.09.2014
Am nächsten Morgen gab es wieder Sonnenschein und diesmal sogar brauchbaren Wind. Nach der Steuermannsbesprechung fuhren wir wieder frühzeitig raus, um das Startgebiet ausgiebig zu erkunden. Unter Motor im Fahrwasser zwischen Hiddensee und Rügen ergaben sich einige schon fast „kitschig“ schöne Blicke auf Hiddensee. So macht Regatta Spaß! 

Nach der Startkreuz war der Kurs relativ klar. Man musste sich nur entscheiden zwischen einem kurzen Kurs nah unter Land mit dem Risiko der Windabschattung durch die Steilküste und einem Kurs weiter draußen mit frischem Wind. Dementsprechend zog sich das Feld auch sehr in die Breite. Trotzdem kam es zu einigen schönen Regattaduellen. 

Die ersten beiden Tage teilten die gleichen Boote die Plätze eins bis drei in unserer Gruppe unter sich auf. Also versuchten wir unsere mutmaßlichen Mitbewerber im Auge zu behalten, was aber mit zunehmender Dauer immer mehr misslang. Als sich das Feld im Zielgebiet wieder zusammenzog, waren wir umso erstaunter, dass die führenden drei Boote sich fast gleichzeitig wieder fanden und nach über vier Stunden Segelzeit innerhalb von 20 Sekunden die Ziellinie querten – Fotofinish sozusagen. Auch wenn wir nicht erster wurden sollte es aber bei korrekter Berechnung für uns zum ersten Platz gereicht haben. 

Entsprechend entspannt ging es dann zur Abendveranstaltung. Wieder gab es ein ansprechendes Buffet, diesmal im alten Fährterminal Sassnitz mit super Aussicht auf Hafen und Greifswalder Bodden. Wie erhofft durften wir den dritten Tagessieg feiern. 

 

 

Tag 4, 09.09.2014
Der letzte Tag begann wie die vorherigen: Sonne und trocken. Sogar der Wind war anfangs ok. Nach den Erfolgen der ersten Tage waren wir natürlich nervös. Sollte es diesmal etwas werden? Lediglich die Windrichtung passte nicht so ganz. Kreuzen war angesagt. 

Da der Kurs eigentlich egal war – Hauptsache Ziel Greifswald – zog sich das Feld sehr weit auseinander. Wir verloren unsere Konkurrenten völlig aus den Augen. Wie vorhergesagt zog sich der Himmel langsam zu und es kam zu Schauern mit Böen bis über 6 Bft und Welle – Verhältnisse, die unser Boot trotz Reff überhaupt nicht mag. Da musste das Ölzeug her und man merkte, warum man vom Segel“sport“ spricht. Aber Spaß machte es! Trotzdem kam langsam so etwas wie Frust auf. Wo waren die Konkurrenten? Sollte es am letzten Tag noch schiefgehen? Im Zielbereich sahen wir wenigstens einen unserer Konkurrenten und erkannten, dass wir davor lagen. Nach der Zieldurchfahrt fragte dieses Boot uns auch sofort, ob wir das dritte Boot der Spitzengruppe gesehen hätten. Wir befürchteten aber, dass nicht nur dieses Boot, sondern auch andere aus der Gruppe vor uns liegen könnten. 

Ok, erstmal war alles heile überstanden und wir machten uns auf den Weg in den Yachthafen. Ein letztes Mal Motor starten, Segel bergen und vor der Brücke in Wyck auf die Durchfahrt warten. Da sahen wir dann bereits das letzte Boot aus unserer Spitzengruppe liegen. Oh weh, die sind wohl vor uns. Jetzt ging’s zügig durchs Ryck in den Hafen. Am Abend sollte es ja noch zurück nach Hamburg gehen und so machten wir das Boot klar, damit wir nach der abschließenden Siegerehrung gleich losfahren konnten. 

In banger Erwartung ging’s zur Siegerehrung. Wir konnten unsere Leistung so gar nicht einschätzen. Zunächst durften wir uns bei Gegrilltem und Salat stärken. Dann war es endlich soweit: Siegerehrung Gruppe 2. Wie üblich wurde zuerst der dritte Platz der Tageswertung bekanntgegeben. Es war das Boot, das wir vor der Ziellinie abgefangen hatten! Wir waren also mindestens zweiter und das würde für den Gesamtsieg in der Gruppe reichen! So kam es auch. Leider nur „Zweiter“ am letzten Tag, aber Gesamtsieger der Gruppe. Mit insgesamt 5 Trophäen durften wir den Heimweg antreten und endlich mal „etwas Großes“ mit nach Hause nehmen. Dass wir in der Gesamtwertung über alle Gruppen den zwölften Platz erreicht hatten, freute uns auch. Es war eine klare Verbesserung. Jetzt liegt die Messlatte für’s nächste Mal natürlich sehr hoch. 

Hagelparade beim Hamburger Hafengeburtstag

9. Mai 2014


Datum: 9. Mai 2014
Crew: Ernst, Felix
Gäste: Tonio und Alex
Skipper: Knut

Heute zeigt sich Hamburg von seiner schönsten Seite, so richtig charmant. Zum Hafengeburtstag wurde richtig aufgefahren. Party- und Fressmeile, viele Menschen, viele Yachten, Traditionssegler, Kreuzfahrtschiffe. Alles was das Herz begehrt. Und nachdem wir mehr als eine Woche in Dänemark bei Sonne und blauen Himmel fahren durften, hat “Knut Adventures” dunkle Wolken, Starkwindböen, Regen und Hagel bestellt.

Gestern Abend sind wir bereits aufs Boot, es regnet und windet zwischendurch. Morgens stehen wir dann auf und es lichtet sich der Himmel. Es sieht vielversprechend aus, jedoch sagt die Wettervorhersage für 15-18 Uhr Böen um die 5-6 Bft. und Regen voraus. Genau die Zeit, wo wir mit Gästen auf Paradefahrt sind. Und so soll es kommen…

Nach einem morgendlichen Spaziergang über die Meile geht es pünktlich um 14:00 Uhr los. Wir können nach der morgendlichen Schmückaktion sagen, dass die Novomind das einzige Boot ist, welches über Top und Takel Flagge zeigt!

Wir verholen uns, um dem Schiff Magarethe, einer Hallberg Rassy, Platz zu machen. Kaum legen wir ab, erwischt uns eine Böe und drückt uns nach Lee. wir haben nur noch die Chance längs an der Motoryacht Surviver festzumachen. Das geht leider nur mit leichten Lackkratzern bei Surviver und Skipper verletzt sich am Achterstag im Gesicht und sieht aus wie von “Zorro” gezeichnet :-( Indianer weinen nicht.

Unsere Gäste Tonio und Alex steigen auf und nach der ersten Gewitterfront geht’s dann für alle los. Der Cityhafen leert sich und alle Schiffe fahren zur Köhlbrandbrücke, um sich in die Parade einzugliedern. Große, kleine, Krieger, Fahrtenboote, Fährschiffe, Traditionssegler, Kreuzfahrer, alles was schwimmt ist dabei. Aber nicht etwa bei Sonne, nein! Es kommt ein Hagelschauer mit Starkwindböen nach dem anderen. Dabei geht von Ernst die Brille verlustig und die Fische können nun unter Wasser klar sehen. Die Crew wird pitschnass und die Regenkombis halten nicht dicht. Aber zu schauen gibt es satt, auch bei Hagel. Es ist voll, viel Verkehr, eng. Man muss gut aufpassen, aber jede Sekunde lohnt sich.

Am Ende der Parade legen wir bei einer kurzen Sonnenscheinepisode an. Die Fahrt ist beendet, die Gäste werden verabschiedet und die Übergabe an die Folgecrew erfolgt. Wir wringen unsere Kleidung aus, legen uns trocken (Felix hat keine trockenen Schuhe mehr, Skipper hat seine neuen Schuhe angezogen) und fahren nach Hause.

 

Frühlingstörn Dänische Südsee und zurück!

5. Mai 2014

Crew: Nicole, Sarah, Irene, Ernst
Skipper: Knut
Datum: 26. April – 4. Mai 2014

 

Tag 1: Ankommen


Heute Morgen um 10 geht’s los. Nach Hamburg mit zwei Autos und mit einem weiter nach Laboe. Nennen wir das Auto “UFO”, ein Ford Galaxy mit allem Zipp und Zapp für fünf Personen mit Gepäck. Bequemer geht’s nicht. Novomind liegt ruhig im Yachthafen. Ein wenig Wind, das Wasser plätschert. Neues Segelgewand, sauber, fertig für unseren Törn. Wir, Irene, Sarah, Nicole, Ernst und ich, nehmen die Kojen ein, verräumen die Lebensmittel und gehen Abend Essen. Der Törn kann beginnen.

 

Tag 2: An der Promenade von Sonderborg
Laboe – Sonderborg
[Etmal: 40 sm, Gesamt: 40 sm]


Es lief gut an. Sonne: Yep! Frühstück: Supi! Laune: Lange nicht mehr so viel abgelästert!

10:00 Uhr Sicherheitseinweisung. Ablegen und vorbei an Tonne 5 und 3, flugs Segel gesetzt, Kurs 320 Grad und dieEckernförder Bucht, Damp, Schlei und dann nördlich vorbei am Übungsgebiet Todendorf. Jetzt schläft der Wind ein. Wir machen den Jockel an und sind um 18:00 Uhr im Stadthafen von Sonderborg und legen längs an, in unmittelbarer Nähe der Drehbrücke und direkt an der Promenade mit diversen Restaurants. Hinter uns ein nettes Ehepaar aus Münster mit “Seehund” und vor uns eine Gruppe cooler Jungs, die genau zusehen, was wir tun.

Wir beschließen die Selbstwendefock durch unsere Genua zu ersetzen. Das ist Kino pur an der Promenade. Aber alles läuft wie bei den Profis: Fock runter, auf die Promenade legen, zusammenlegen, zwischendurch Essen im Cockpit (Mjamm) , dann Genua auf der Promenade auslegen, falten, auf das Vordeck legen und dann aufheissen. Zum Schluss Genua aufrollen, aufräumen, fertig. Dann laden wir uns zu dem netten Ehepaar auf deren Bavaria ein. Ernst schmust mit Lotta dem Bordhund und wir hören bei Rotwein uns das Seglerlatein des Ehepaars an.

 

Tag 3: Starkwind statt Flaute
Sonderborg – Soby
[Etmal:25 sm, Gesamt: 65 sm]


Der heutige Tag war gekennzeichnet durch Überraschung und Kreativität:

1. Wasser bunkern ohne Wasserhahnanschluss

Der Wassertank nach einem Tag leer? Das riecht nach Optimierung. Wasser bunkern ist in Dänemark mit Gardena-Klicksystemen offenbar schwierig. Also Werkzeugkoffer rausholen und Mac Gyver spielen. Die Gardena Adapter auseinandergeschrauben, den Schlauch über den Wasserhahn stülpen und mit einer Schelle fixieren.

2. Starkwind statt Flaute!

Wir fahren um 11:00 Uhr los mit einem tadellosen Ablegemannöver. Die gestern aufgezogene Genua tut seinen Dienst bei gutem Westwind und zieht uns durch die Wellen.

Später nimmt jedoch die Windrichtung auf 4-5 Bft zu und Novomind zeigt sich als Rennziege: wir erreichen erstaunliche 8.3 kn Fahrt über Grund, was über der Rumpfgeschwindigkeit liegt. Da muss Strömung mithelfen. Novomind läßt sich nun nicht mehr am Ruder halten und auch das Segel flach trimmen reicht nicht. So müssen wir wohl ins erste Reff. An der nördlichsten Spitze von Æero nehmen wir dann die Lappen runter und jockeln zum Ziel, da wir in den Hafen möchten. Es ist spät und wir wollen noch etwas zu Essen bekommen.

3. Belebte Insel ohne Essen?

Nach erfolgreichem Landfall mit tadellosem Anleger würdigen wir Nicoles An- und Ablegemannöver und die langen Zeiten mit Ernst zusammen am Ruder mit einem “Anleger”. Das im Hafenhandbuch als lebhaftes Fischerdorf beschriebene Søby entpuppt sich als verlassen. Nur eine einsame Kneipe an der Kirche hat geöffnet. Dort sitzt… das Dorf!

Wir hoffen auf die Hilfsbereitschaft der Bewohner und Fragen nach einem Restaurant. Nichts zu machen. Wir sind zu früh in der Saison. Da steht der Pizzabäcker der Insel auf und meint, er ginge los seinen Pizzaofen anzuwerfen und wir könnten uns 5 Pizzen in seiner Pizzaria in 30 Minuten abholen. Echt nett!! Die holen wir uns in die Kneipe und gönnen uns noch ein Bier. Die Pizza ist außergewöhnlich garniert mit Speck und dänischen Würstchen…

 

Tag 4: Das junge Svendborg
Soeby – Svendborg
[Etmal: 15 sm, Gesamt: 80 sm]


Der Wind ist ruhiger geworden. Wir liegen in Sonderborg und frühstücken in der Sonne. Nach dem Mittag geht’s auf nach Svendborg. Wir legen in der Achterspring ab. Die Achterleine fest am Poller und nicht auf Slip :-( Aber wir wissen ja, es arbeiten nur Profis. Während wir die Leine vom Poller lösen, dreht der Bug und wir legen butterweich ab. Beim Rausfahren muckt der Motor wieder. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs kracht es ordentlich im Getriebe und beim Fahren lässt sich der Rückwärtsgang nicht mehr einlegen, um die Schraube am Mitlaufen beim Segeln zu hindern. Kein gutes Omen.

Draußen weht ein Ost 1-2 Bft und wir fahren unter Vollzeug zum Tonnenstrich, der uns zum Ziel führt. Irene lernt innerhalb von einer Stunde segeln und führt uns präzise und sicher zum Tonnenstrich nach Svendborg, Ernst steuert entlang des Fahrwassers, wir trinken dabei Kaffee, schlachten noch den Rest des Osterlamms und genießen die Fahrt. Knut legt an. Motor hält. Ein gutes Team. Wir sind früh in Svendborg.

Wir gehen durch die Stadt, essen in der Fußgängerzone und sehen das Treiben in den Straßen. Es ist sehr junges Publikum im Hafen und in der Stadt. Abends versinken wir dann beim Billard in einer Hafenkneipe und quatschen mit den Einheimischen in Dänglisch.

Tja meine Lieben. Mein Iphone hat plötzlich seinen Geist aufgegeben und gibt keinen Mucks mehr von sich. Nicht mal über itunes lässt sich das Ding neu aufsetzen. So habe ich heute kein Foto für Euch…

 

Tag 5: Burg mit Aussicht
Svendborg – Nyborg
[Etmal: 30 sm, Gesamt: 110 sm]


Die Wettervorhersage für den heutigen Tag sagt aus, dass wir bis 12:00 Uhr Flaute und von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr 3 Windstärken aus Südost haben. Da schauen wir doch mal, was daraus wird. Aber erst musste mal wieder der Werkzeugkoffer seinen Dienst tun: Getriebeöl und Motoröl prüfen und ggf. nachfüllen. Der Motorbauer und der Bootsbauer haben hier nicht wirklich gut zusammengearbeitet. Man kommt nur mit einer Rohrzange an den Getriebeölstab dran und das Motoröl nachfüllen geht nur mit einem Zauberstab oder einer Verlängerung des Einfüllstutzen. Also musste wieder Mac Gyver dran und basteln.

13:00 Uhr tanken. Die nächste Herausforderung. Man muss prognostizieren, wieviel Liter man tanken muss, um den Tank voll zu bekommen. Nicht etwa tanken, bis es „klick“ macht, sondern Schrittweise, weil: Es wird erst von der Kreditkarte ein fester Betrag abgebucht und dann die entsprechende Menge an Litern freigegeben. Pfiffig…

Dann ging es los Richtung Nyborg. Der Wind war gut für einen echten Vorwindkurs mit Schmetterlingsbesegelung und Bullenstander. Bis 17:40 Uhr. Dann wurde der Schalter auf „Null“ umgelegt und der Wind war von einer auf die andere Minute weg, wie ausgeschaltet. Es gilt die Meyer’sche Regel: 10 Minuten warten, dann entscheiden. Diese heißt: Motor an. Bis 18:30 Uhr motoren wir. Als dann doch wieder etwas Wind kommt, schmieren Sarah und Irene Brote und wir essen alle gemeinsam zu Abend, während wir unter Segeln laufen. Danach laufen wir unter Motor in den Hafen ein und wir haben soviel Zeit, dass wir einen ausgedehnten Spaziergang mit Sightseeing machen können.

 

Tag 6: Anlegen mit Perspektivverzerrung
Nyborg – Rudkobing
[Etmal: 20 sm, Gesamt: 130 sm]


Wieder ein Tag voller interessanter Details. Der Kaspar wurde reihum durchgegeben. Fangen wir an.

1. Abfahrt Nyborg mit Richtungswechseln

Aus Persönlichkeitsschutzgründen werden die Namen unterdrückt: Aufgrund “drehender Winde” hat unser Steuermann **** sich an den Wind gehalten und fährt auf dem Gegenkurs zum Ziel. Die Winde sind unstet, aber die Crew bekommt es hin, das Schiff in die richtige Richtung zu steuern. Mit bis zu 8 kn über Grund zischt die Novomind mit Kurs 180° Richtung Ziel. Zwischenzeitlich gibt es starke Böen und wir müssen die Genua und das Gross etwas reffen.

2. Hart am Wind zum Tonnenstrich Richtung Rudkobing durch Wasser und Schlamm

Unsere Steuerfrau Nicolotta steuert Novomind hart am Wind sicher und präzise zum Tonnenstrich und damit zur Brücke vor Rudkobing. Kurz vor der Ansteuerung durch die Brücke werden noch die Bodenwürmer erschreckt und der Schlamm des Grundes etwas gepflügt. Kaum merklich für alle. Jedoch durch korrekte und entschlossene Handlung bringt sie das Schiff in tiefere Wasser. Warum es so flach war, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Karte gibt da nicht wirklich was her. Ein großer Weltumsegler, nennen wir ihn “Peter”, für 3 Jahre unterwegs nennt dies höchstens einen “Zwischenfall”.

3. Anlegemannöver mit Perspektivverzerrung

Der Wind nimmt immer mehr zu, mittlerweile auf 5 Bft (Vorhersage war 3 Bft). Wir fahren in den leeren Yachthafen und sehen eigentlich nur leere Boxen. Wir suchen uns eine schöne aus und bleiben… zwischen den Pollern stecken. Schade. Also geht’s rückwärts raus, Raum schaffen und erneut in die Nachbarbox. Skipper sagt: Passt. Steuerfrau sagt: Passt nicht. Wir fahren in die Box und bleiben… stecken. 1:0 für die Steuerfrau. Also geht’s rückwärts wieder raus und wir suchen uns die dritte Box. Die Anfahrt ist perfekt. Das Schiff liegt gerade in der Box… jedoch leider seitlich 1/2 Box verschoben. Der Seitenwind ist wohl etwas stark. Das erfordert umfangreiche Leinenmanöver unter Motor, aber die Profi-Crew schafft das auch tadellos.

Morgen geht es zurück zum Ausgangshafen Laboe/Kiel. Der Wind nimmt zu, wir erwarten raumen Wind. Wir freuen uns auf eine zischende Abschlussfahrt, bevor es nach Hamburg zum Hafengeburtstag geht.

 

Tag 7/8: Wave- und Wale-Watching
Laboe – Rendsburg (NOK)
[Etmal: 40 sm + 20 sm, Gesamt: 190 sm]


7.30 Uhr gings schon los. Knapp 40 sm sind zu bewältigen, es ist mit Windstärken zwischen 3 und 5 Bft. zu rechnen. Vorbei an Stryno und Aeroskobing ging es auf die offene See Kurs 200 Grad Richtung Kiel.

Heute war Wave-Watching angesagt. Wir sind nur unter Genua bei achterlichem Wind bis zu 8 kn über Grund gelaufen. Die Welle war 1,50 m bis 2,00 Meter hoch und rollte uns nach Kiel. Das Wetter zu Hause (Wolken, Regen) konnten wir nicht nachempfinden. Bei uns gab’s stahlblauen Himmel und Wind, Wind, Wind. Begleitet wurden wir einige Zeit von zwei Schweinswalen die munter hinter uns herschwammen. Nachdem wir unseren Liegeplatz eingenommen haben, hat der Skipper wieder den Kasparhut aufgesetzt. Er war seine Brille am Steg ins Wasser. Der Taucher kam nach 90 Minuten zum Liegeplatz und hat in voller Ausrüstung das gute Stück für 30,– EUR wieder geborgen :-)

Am nächsten Tag haben wir Irene, unsere Best-Of Köchin, Neuseglerin und Weggefährtin für diese Tour nach Hause verabschiedet und sind in Kiel-Holtenau in die Schleuse gefahren. In Rendsburg Obereiderhafen haben wir starken Seitenwind optimal in die Box mit Pollern, top eingespielt aufeinander, angelegt und einen Streifzug durch Rendsburg gemacht. Nettes Städtchen und ein netter Italiener…

 

Tag 9: Einfahrt in Hamburg
Rendsburg (NOK) – Hamburg
[Etmal: 68 sm, Gesamt: 258 sm]

Heute ist der letzte Tag unseres Törns. Es ist früh, 5:00 Uhr.

WER FRÜH AUFSTEHT KANN DEN TAG FRÜH GENIESSEN!

Es ist immer noch herrliches Wetter und der Himmel ist blau. Jedoch ist es noch sehr kalt und über dem Wasser bilden sich Nebelschwaden.

Nach nur 6 Kilometern ist es soweit. Ein Funkspruch der NOK-Leitung an die Schifffahrt garantiert jedem Sportbootfahrer eine “geeignete Ordnungsstrafe”, wenn dieser nicht sofort seine Fahrt unterbricht und wartet, bis der Nebel sich verzogen hat. Also legen wir an, brutzeln uns erst einmal ein paar Spiegeleier und frühstücken.

Eine Stunde später erfolgt die Freigabe und wir setzen unsere Fahrt fort. Gegen Mittag sind wir in Brunsbüttel, lassen uns auf das Niveau der Elbe heben und fahren mit Geschwindigkeitsrekord gen Hamburg. Wir wollen um 18:00 Uhr in Hamburg sein und so helfen alle mit: Motor, Segel, Strom und Wind. Wir knacken den Rekord von 11 Knoten über Grund und rauschen an den Sehenswürdigkeiten von Hamburg fest. Es ist immer wieder schön, auf dem Wasserweg nach Hamburg reinzufahren.

Um 18:00 Uhr erreichen wir wie geplant den Cityhafen. Die Welle ist unruhig und ruppig und wir haben noch 2 kn Strom. Wir machen um 18:15 Uhr fest, halten einen Plausch mit dem Hafenmeister und unseren Nachbarn und holen die Unterlagen für den anstehenden Hafengeburtstag. Am Abend schließen wir den Törn mit einem Absacker im Feuerschiff ab.

Nachtrag


Wir sind 258 sm gesegelt, haben 258 sm zusammen geredet, gegessen, gewandert, erlebt. Ich möchte mich bedanken:
1. bei der Crew für die tolle seglerische und nicht-seglerische Zeit
2. bei den Dänen für ihre Gastfreundschaft
3. bei Rasmus, Neptun und Aiolus, die die Seefahrer beschützen und für guten Wind und gute Welle sorgen
4. bei der Novomind, die uns sicher durch das Meer geschippert hat

 

Ich freue mich auf den nächsten Törn!
Viele Grüße, Knut

Saisonstart 2014

12. April 2014

Es ist wieder so weit:

Die Saison startet!

Wir haben 5. April die Novomind zu Wasser gelassen, den Mast gesetzt und von Wendtorf nach Laboe überführt. Jetzt fehlt noch das neue Großsegel und dann wird sie geputzt. Nach dem Hafengeburtstag bekommt sie dann auch noch einen neuen Anstrich.

Ralf und Martin erfolgreich bei Crosslauf in Pinneberg

22. Dezember 2013

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende und wir können sagen, dass es für Martin ein sehr gutes Jahr war und für mich so olala. Martin konnte bei den Volksläufen immer in die Topränge laufen und krönte oft in seiner Altersklasse, die m50,  mit dem ersten Platz. Ich wollte in diesem Jahr zu viel und verletzte mich beim Strandlauf in Polen am Knöchel. Deshalb konnte ich erst wieder zum Schluss des Jahres angreifen. Beim ,,Cross Country“ in Pinneberg glänzte Martin auf der Langstrecke(8500m) mit einer Zeit von 34,48 Minuten mit dem 1. Platz. 30 Minuten später folgte mein Lauf auf der Mittelstrecke(3750m) und wurde ebenfalls 1. in der Ak m55 und einer gelaufenen Zeit von 15,15 Minuten. Eine Woche später bin ich in meiner Heimatstadt Wismar 12,4 km beim Weihnachtslauf gelaufen. Erreichte dabei eine Zeit von glatt 54 Minuten. Damit wurde ich von ca. 80 Läufern Gesamtvierzehnter und in der Ak m55 zweiter.Martin und ich nehmen jetzt noch an 2 verschiedenen Silvesterläufen teil. Martin läuft in Trier die 8 km und ich in Lägerdorf ebenfalls 8 km. Mit diesen Zeilen möchten wir uns auch bei Team Novomind für die tolle Unterstützung bedanken.

 

 

Skippertraining Schlei

25. September 2013

Laboe – Kappeln – Laboe
Skipper: Nikolai
Crew:
Christine
Trainer: Knut
Datum: 21. – 22. September 2013 [Etmal: 48 sm]

Tag 1: Laboe – Kappeln
Treffen auf der Novomind, Freitag 22:00 Uhr. Begrüßen des Nachbarschiffs vom Lufthansa Segelclub, dann ab in die Koje. Der Samstag beginnt mit einem 1A Frühstück mit Spiegelei und aufgebackenen Brötchen. Und dann geht es los: Wir fahren aus der Marina heraus, überqueren den Tonnenstrich und… der Motor streikt… virtuell. Nikolai soll sehen, wie er ohne Motor klar kommt.

Das einzige richtige ist: Fock setzen und Fahrt aufnehmen. Nur so ist man manövrierfähig und kann in jeder Lage unter Segel fahren ohne eine Patenthalse zu riskieren.

Es wird Fahrt aufgenommen, Kurs hoch am Wind und dann Groß gesetzt… ohne Motor. Wir fahren Kurs Nord bis Tonne 1, setzen Kurs 320 Grad, umfahren so südlich das Sperrgebiet und fahren bis Einfahrt Schlei. Auf dem Weg versägen wir viele Segler, trotzdem geht es wie bei Familie “Entenklein” die Schlei entlang bis wir in Kappeln an der Werft festmachen. Wir bekommen zwar den Luvpoller, jedoch der Leepoller wird verpasst. Die Achterleine findet nicht den richtigen Weg und will nicht über den Poller gehen. Das Anlegemanöver zeigt: Das muss morgen geübt werden.

Macht jedoch nichts: Novomind wird ohne Leepoller-Leine festgemacht. Dann werden die Vorleinen auf Slip gelegt und das Boot langsam achteraus verholt und die Leepoller-Achterleine gelegt. Das Boot wieder an den Vorleinen an den Steg verholt und das Boot ist wieder fest.

Tag 2: Kappeln – Laboe
Nach ausgiebigem Schlaf steht der Skipper um 6:00 Uhr auf und macht Frühtstück. Frei nach dem Motto: “Wer früh aufsteht kann den Tag früh genießen!”. Um 7:00 Uhr findet sich die Crew zusammen und frühstückt. Danach eine herrliche Dusche und dann geht es mit den Hafenmannövern los: Wenden auf engem Raum und Anlegemannöver. Zum Schluss klappt das richtig gut! Übung macht halt doch den Meister. Abgeschlossen wird die Trainingsteil mit einem (ungewollten) Mütze-über-Bord-Manöver, welches ebenfalls tadellos klappt. Die Mütze konnte lebend und sicher gerettet werden.

Der Himmel verdunkelt sich. Es wird laut Wetterbericht erwartungsgemäß diesig. Der Wind dreht und nimmt zu auf WSW 5. Wir fahren aus der Schlei heraus auf die Ostsee und setzen das Groß. Im ersten Reff fahren wir auf Gegenkurs zurück Richtung Kiel. Am Tonnenstrich angekommen, fahren wir an Tonne 7 auf dem Tonnenstrich heraus und legen uns mit “dem Hintern” in den Wind. Sofort ist rufe auf dem Schiff und wir bereiten die Fender und Leinen vor. Danach geht es mit 4 Bft. in die Marina und legt sicher an.

Novomind wird sicher mit Leinen und Springs vertäut, geputzt und gewienert und es geht wieder nach Hause. Die Sonne legt sich über die Marina und lässt uns noch einmal einen schönen Sonnenuntergang erblicken.

Wochenendtörn Laboe – Eckernförde

15. September 2013

Laboe – Eckernförde – Laboe
Skipper: Knut
Crew: Christine, Bernd, Philipp
Datum: 13. – 15. September 2013 [Etmal: 40 sm]

Tag 1: Laboe – Eckernförde
Abfahrt am Vortag ist 18.00 Uhr, nach der Arbeit. Das Wetter ist gemischt. Es nähert sich das Ende der Saison. Mit von der Party sind Christine, Philipp und Bernd. Wir fahren komfortabel im Espace, dem Platzwunder. Christine war noch nicht mit segeln, Bernd hatte früher öfter schon gesegelt, hatte aber in den letzten Jahren keine Gelegenheit dazu. Wir wollen noch einmal Spaß haben.

Freitag geht’s dann los. Vorhersage W-NW 1. Um 11:30 Uhr nach einem schönen Frühstück geht’s los. 3/4 bewölkt, Windvorhersage passt, Welle ist faktisch nicht vorhanden. Kaum Fahrt. Was bietet sich da an? Jawohl, Nomi wird ausgepackt. Flugs die achteren Umlenkrollen, Schoten und Halsleine gelegt, den Genacker aufgeheißt und den Bergeschlauch hochgezogen. Alles passt beim ersten Mal. Philipp auf dem Vorschiff am Bergeschlauch, Bernd am Ruder, Knut an den Schoten und Christine am Staunen. Es entfaltet sich unser knapp bekleideter Avatar. Statt schlappen 1 Knoten Fahrt machen wir nun über 4 Knoten.

14:00 Uhr geht es dann weiter nach Eckernförder mit NW 2-3. Der Himmel bedeckt sich und wir wechseln am Ruder ab. Gegen 17:00 Uhr machen wir bei leichtem Nieselregen mit einem tadellosen Anlegemanöver in der Marina fest. Abends gehen wir die Strandpromenade lang und genießen das Essen in der Pizzeria, wo wir den Regen abwettern und dabei die Aussicht auf den Strand genießen.

Tag 2: Eckernförde – Laboe
Heute soll es 4-5 Windstärken aus Süd-Süd-Ost geben bei leichtem Regen. Wir bereiten uns darauf vor und ziehen uns wetterfest an. Aber das Wetter hält. So zwischen wir auf der hohen Kante über den Stollergrund auf Parallelkurs zu einem englischen Segelschiff, welches mit 2 Vorsegeln (Yankee und Fock) und Groß unter Vollzeug läuft. Die Regatta kann beginnen…

Aber der Engländer läuft etwas langsamer als wir und macht einen entscheidenden Fehler. Er kürzt über den Stollergrund ab, macht eine Wende und fährt zu früh in die Kieler Förde ein. Wir fahren weiter bis zum Tonnenstrich. Nach Passierung der Tonne 3 machen wir die Wende und kommen bis zum Hafen ohne weitere Kreuz aus. Der Engländer muss zweimal Kreuzen und… verliert. Yeahhh…

In Laboe legen wir trotz des starken Windes wieder ein Top Anlegemanöver hin und liegen dort sicher und fest. Der Regen kam erst in der Nacht und so hatten wir einen supertollen Segeltag mit Wind, Welle, Sonne und Woken. Es sind nur Profis am Werk, ein eingespieltes Team. Das macht Spaß!

Tag 3: Laboe – Kiel - Laboe
Wir wollten noch einmal nach dem Frühstück nach Kiel rein. Und so fahren wir mit der Fock alleine los bis zum Nordostseekanal, als wir in dicken schwarzen Wolken, Regen und Starkwind fahren. Daraufhin drehen wir ab, fahren zurück und packen in Ruhe unsere Sachen und sind froh, dass wir alles trocken ins Auto bekommen. Nächste Saison muss das wiederholt werden.

Novomind auf dem Hanse Cup 2013

3. September 2013

Skipper: Klaus Zobawa
Crew: Jacek, Willi und Jan

Datum: 30. August bis 3. September 2013

Hier die Ergebnisse des letzten Hanse Cup 2013. Er fand statt rund um den Greifswalder Bodden. Mit am Start waren 56 Crews mit 226 Teilnehmern. Eine Regatta mit Regen, Sonne und Wind. Es war alles dabei.

Halten wir einmal fest, dass die Crew um die Novomind einmalige Ergebnisse erzielt hat, die zeigen, dass Segelsport nicht nur Spass, sondern auch erfolgreich sein kann. Ein Regattabericht findet sich auf der Regatta-Seite unter

http://www.hanseyachtsvertrieb.de/index.php?id=3339

Die Novomind hat von 14 Teilnehmern in der Gruppe Hnase 331 – 335 gesamthaft den 4. Platz erzielt. Am 3. Wettkampftag hat die Crew Novomind auf den 2. Rang gesteuert.

Gratulation an die Crew und das stolze Schiff Novomind!

 

Skippertraining Lübecker Bucht

7. August 2013

Neustadt i. H. – Wismar – Neustadt i. H.
Skipper: Nikolai
Trainer: Knut
Crew: Annette, Philipp
Datum: 26. – 28. Juli 2013
[Etmal: 70 sm]


Tag 1: Anreise und Sicherheitseinweisung

Abfahrt 18.00 Uhr, nach der Arbeit. Das Wetter ist so lala, bewölkt, die Sachen sind gepackt und Philipp wartet vorbildlich vor der Haustür mit Sack und Pack. Je weiter wie nach Norden fahren, desto nasser wird das Wetter. Erst hinter Hamburg klart sich die Bewölkung auf. Um 22.00 Uhr rufe ich Nikolai an, der mich vom Parkplatz der Marina mit Annette abholt. Die beiden waren schon auf Urlaub: kurze Hose, Top bzw. Oberkörper frei, offensichtlich relaxt bis Tokio.

Es folgt auf der Novomind eine Sicherheitseinweisung in der Dämmerung, unter anderem zu den Themen:

  • Fallen, Leinen & Schoten
  • Anker
  • Backskisten
  • Not- und Signalmittel
  • Motor und -Kontrolle
  • Verhalten an Deck
  • Gas, Strom, Ventile
  • Sicherheitsmittel
  • Kartenmaterial
  • Navigationsmittel
  • Logbuch
  • Sicherheitswesten

Zum Schluss noch Kennung, MMSI und Tiefgang auf die Funke geklebt. Und dann tauchen Philipp und ich noch im Nachtleben von Neustadt ab: der McDrive, in Nähe der Marina. Um 00.30 Uhr war dort noch die Hölle los.


Tag 2: Neustadt – Wismar

Novomind wird klar gemacht. Karten zurecht gelegt. Logbucheinträge werden auf der Kartenmappe mit wasserfestem Stift eingetragen.

Wir fahren bei sonnigem Wetter  mit 1 Bft um 11 Uhr los. Skipper legt Topp Ablegemannöver hin. Gemeinsam setzen und trimmen wir dann das Vollzeug. Bei dem Wind Unterliek vom Groß etwas lösen, Traveller nach Luv sowie Fock optimieren. Die Holepunkte gibt es nicht zu prüfen, da wir die Selbstwendeeinrichtung nutzen.

Kurs OK? Skipper sagt Ja. Also geht’s los, Kurs Richtung Wismar. Die analoge Karte liegt auf dem Dach des Niedergangs und das elektronische Navisystem ist eingeschaltet, des Überblick wegen. Wir nehmen Stunde um Stunde mehr Segel weg, am Ende sind wir im zweiten Reff bei 2/3 Fock. Gerefft wird hart am Wind. Ein schönes Mannöver. Die aktuelle Windlage liegt bei unangekündigten 6 Bft. Die aktuelle Vorhersage sagt Regen für 15.00 Uhr an. Nach aktueller Wetterlage schließen wir Wetten ab, dass ab 18.30 Uhr der Regen fällt. Die voraussichtliche Ankunft ist auf 18.00 Uhr bei direktem Kurs 105 Grad berechnet.

Aber fahren wir den richtigen Kurs? Nach wiederholter Überprüfung offenbahrt sich dem Skipper das “Offentief” mit zahlreichen Untiefen und Steinen. Keine gute Idee dort weiterzufahren. Also fährt er eine Wende und wir kreuzen auf zur Ansteuerungstonne Offentief, um den Tonnenstrich zu passieren. Vorher Groß zur Sicherheit runter und dann mit Fock hindurchgebraust. Wir schlängeln uns durch das Tief und Nikolai legt dann 19.00 Uhr ohne Probleme in Wismar im Westhafen an. Wieder ein tadelloses Hafenmannöver.

Was lernt man von der Geschicht? Der Skipper sollte *immer* wissen, was um einen und vor allem unter einem zu jeder Zeit los ist. Wissen und Orientierung sichert das Überleben von Crew und Schiff.

Übrigens: Die Wette habe ich für mich als verloren definiert. Pünktlich um 18.30 Uhr tröpfelt es, aber Regen kann man das nicht nennen. Dafür geht es dann um 20 Uhr richtig mit Gewittertief los. Die Zigarettenholer werden patschnass und Annette und ich gehen später noch in die Innenstadt, um uns nach dem tollen selbstgekochten Essen die Beine in der abgekühlten Luft zu vertreten.

Nach der Crew Zusammenführung um Mitternacht schauen wir aufs morgige Wetter. Klare Wetternavigation ist angesagt: ab 6 Uhr SSE 2-3, später rechtsdrehend auf NW. Damit Höhe halten solange es geht und Abfahrt 6.00 Uhr. Das Reff können wir drinlassen. Angesagt sind 5-6 Bft.


Tag 3: Wismar – Neustadt

Was für ein Tag. Dunkle Wolken. Wind ohne Ende. 6.30 Uhr machen wir uns los. Wenigstens stimmt die Windrichtung. Achterlicher Wind wie angesagt. Nikolai legt wieder mit fehlerfreiem Mannöver ab, dann verschwindet er in den Niederungen der Novomind. Philipp übernimmt. Ohne Segel fahren wir bei 7 Bft und Gewitterböen durch den Tonnenstrich. Das Schiff schiebt ohne Segel ordentlich Lage und wir picken uns mit dem Lifebelt ein. Regenkleidung ist eh bei dem Wetter ein Muss! Es ist keine Besserung in Sicht und ich beschließe ich dem Skipper zu empfehlen, dass wenn sich die Wetterlage nicht deutlich verbessert, wir am Ende des Tonnenstrichs direkt umdrehen und die Rückfahrt abbrechen.

Kurz vor Abbruch passieren dann unglaubliche Dinge:

  1. Philipp und ich trocken langsam wieder
  2. Der Wind nimmt auf 6 Bft ab
  3. Wir sehen “Blau” am Himmel
  4. Der Skipper tritt wieder in Erscheinung

Der Skipper übernimmt das Ruder und wir fahren mit Kurs hart am Wind der Windkante entlang. Kurs 275 müssen wir mindestens halten, sonst droht die Kreuz. Nur mit der Fock machen wie streckenweise 7 kn Fahrt. Der Wind dreht jedoch immer weiter recht. Nach zwei Stunden schalten wir den Motor zur Unterstützung dazu, setzen den Motorkegel und weiter geht’s. Dies war eine gute Idee, da kurze Zeit später die WaschPo uns ins Visir nimmt uns dann aber ziehen lässt. Das Groß mit Fall wird zusätzlich in der offenen Segeltasche von Philipp gesichert, da es droht “abzuheben”.  Die Welle wird stärker und die Krönchen werden vom Wind weggeblasen. Wenn das mal nicht mehr als 6 Bft sind. Aber die Novomind hält sich Wacker ohne zu stampfen. Das alles bei mittlerweile klarem und blauem Himmel. Wer hätte das gedacht!?!

Um 12.00 Uhr kommen wir in Abdeckung vom Land und legen um 13.00 Uhr wieder mit Skippers Mannöver sicher an. Alles saubermachen und aufklaren und ein Abschlussfoto. Leider ist bei der Übergabe des Fotoapparates vom Fotographen an den Skipper ist das Ding ins Hafenbecken gefallen. Aber wir konnten Kamera und somit die Bilder mit einem Casher retten.  Und nach verdauern dieser Situation bei einem gemeinsamen Kaffee und Kuchen ging es dann ab nach Haus. Die Kamera ist zwar dahin, aber es gibt Ersatz.

Nicht vergessen: Mittwoch 19:25 Uhr, “Küstenwache” im ZDF ansehen. Die Serie spielt in Neustadt, genau dort, wo wir waren ;-)

Ein toller Törn.
Eine kurzweilige Crew.
Danke.